Bevor den Briten an der Tankstelle das Benzin zugeteilt wird, wird ihnen möglicherweise die Milci rationiert. In der Ölkrise begnügt sich die Regierung einstweilen mit Appellen, mit dem Stoff so sparsam wie möglich umzugehen.

Die Milchkrise ist ernster. Dabei geht es allerdings nicht um zuwenig Milch, sondern um zuwenig Flaschen. Täglich verschwinden eineinhalb Millionen Milchflaschen. Pro Jahr müssen deshalb über 500 Millionen Flaschen im Wert von elf Millionen Pfund von den Milchlieferanten ersetzt werden.

Wenn das so weitergeht, so warnte der Präsident des Milchhändlerverbandes, dann werde man noch vor Weihnachten die Zustellung rationieren. Der Milchmann, der in Großbritannien immer noch jeden Morgen siebenmal in der Woche die Milch frei Haus liefert, könne dann keine Sonderwünsche mehr entgegennehmen.

Die Verbraucher werfen immer mehr Flaschen in die Mülltonnen, statt sie wieder vor die Tür zu stellen oder in den Laden zurückzubringen. Vor wenigen Jahren machte eine Flasche noch 40 Rundreisen, jetzt nur noch 22, Kunststoff-Flaschen und Plastikbehälter lehnt die Branche als umweltfeindlich und nicht milchgerecht ab. Außerdem scheut die Industrie die Kosten der Umstellung.

Die Milchleute planen eine „Her-mitder-Flasche-Kampagne“ und für den Guy Fawkes Day am 5. November hat sie eine besondere Bitte: Die Briten sollen als Startrampe für ihre Feuerwerkskörper nur Einwegflaschen benutzen. wk