In Bogotás Goldmuseum fühlt sich jeder wie ein kleiner Pizarro. Blinkende Platten kiloweise, dicke Ketten am Meter. Entzückensschreie bei den Goldblechfigürchen mit aufgesetzten Golddrahtdetails von Penis bis Kokain-Schnupfrohr. Das 20 Zentimeter große Floß des El Dorado mit seinen Ruderern. Angelhaken, Nähnadeln, Wurfarme aus purem Gold. Ein paar Eisenstücke sind als besondere Juwelen zu bestaunen – arme Prä-Kolumbianer!

Die deutschen Kirchgemeinden – und offenbar fühlt man sich auch nach 30 Jahren noch ziemlich deutsch – sind wohlbestellt in Bogota. VW-Busse und Krippe der Slumkinder sehr adrett. Angesichts der Barrio-Slums verursachen dem jungen Vikar die Gelüste nach einer größeren Orgel ein wenig Seelenpein. Und von eigenartigem Reiz ist es, nachts im Gästehaus von Pater Wolfisberg Mercedes und BMW vorfahren und Kegelbrüder „Alle neune“ brüllen zu hören.

Zwölf Busstunden später in San Agustin schüt-, telt mich ein Gebirgspferdchen zu den tausendjährigen „Idolos“, den atemberaubenden Steinstatuen, die Hünengräber beschützen und über weite Hügelketten und Schluchten mit 200 Meter tiefen Wasserfällen blicken.

In Pitalito bei Kilometerstein neun grabe ich nach einem Regen die sagenhaften Psychedelic-Pilze aus Kuhfladen und seh’ nach fünf Stück (rohgekaut) wirklich Farben wie in Kubricks „2001“.

Ecuador – mi amor!