Wer in Städte reist, will auf jeden Fall etwas sehen, mehr: will entdecken, Angelesenes prüfen oder wenigstens in seiner unmittelbaren Wirklichkeit kennenlernen. Selbst wenn der Urlaub zu solchen Exkursionen dient, wird man nicht auf Freibäder tippen, eher auf Museen und dergleichen Sammlungen, also auch auf Gebäude, die in diesem Falle meist Bauten heißen und berühmt und alt sind.

Die meisten Reiseführer nennen eine Auswahl architekturhistorischer Sehenswürdigkeiten, ausgesucht nach ihrem Bildungswert für die Allgemeinheit – wer mehr wissen will, findet selten Hilfe. Insofern schon neigt man dazu, so ein Unternehmen wie das Buch

„Bauten und Plätze in München“ – Ein Architekturführer, herausgegeben von Oswald Hederer; Callwey Verlag, München; 207 Seiten, 313 Photos, 12,– Mark

lauthals zu begrüßen. Es zeigt 310 Gebäude und Plätze, ganz alte ebenso wie ganz neue (bis 1972), und zwar erstens mit einem Photo, zweitens mit einem Grundriß, drittens mit einer kurzen Beschreibung, die die Adresse, aber eben auch Architekten und Bauherrn nennt. Zwar brauchte man für die ganz genaue Entzifferung der Grundrisse eine Lupe, doch als erläuternder Hinweis tun sie bereits gute Dienste. Als angenehm erweist sich auch die Gliederung; die Vorstellung beginnt am Marienplatz in der Stadtmitte, reiht sich an wichtigen Straßenzügen auf und dringt allmählich weiter nach außen vor. Der Verlag täte gut daran, wenn er allmählich auch andere Städte mit derlei Führern bedächte. Manfred Sack