Es ist längst nicht mehr neu, das Kugelspiel „Labyrinth“. Aber es macht trotzdem immer wieder Spaß, die (gut einen Zentimeter starke) Stahlkugel über das bewegliche Brett zu lenken, entlang einem vorgezeichneten Weg, der an 40 Löchern vorbeiführt bis zum Zielpunkt.

„Labyrinth“ ist ein reines Geschicklichkeitsspiel. Die Bewegungen des in einem Holzkasten montierten Laufbretts (mit den 40 Löchern und vielen Stegen, an denen man die Kugel entlanglaufen lassen kann) werden über zwei Drehknöpfe an den Seiten des (etwa 33 mal 28 cm großen und 9 cm hohen) Kastens gesteuert. Es kommt dabei auf ein geschicktes Zusammenspiel von linker und rechter Hand an.

Was Anfängern zunächst ganz und gar unmöglich erscheint, erweist sich aber doch als erlernbar. Ja, vielleicht ist das Überraschendste an diesem Spiel, wie schnell man Erfahrungen sammelt, bis man schließlich die Steuerung des Laufbretts und der Kugel völlig beherrscht. Übrigens sind auch dann noch Steigerungen möglich: Man kann die Kugel den ganzen Weg zurücklaufen lassen, man kann nach Zeit spielen, und wirkliche Könner bringen es gar fertig, nicht nur eine Kugel heil durchs Labyrinth zu steuern, sondern zwei zu gleicher Zeit.

Ebenfalls nicht neu, sondern sogar sehr alt Ist das vom Otto Maier Verlag jetzt in neuer Aufmachung herausgebrachte „Halma“ und „Belagerungsspiel“. Es gehört in die Reihe der Ravensburger Präsentspiele, die sich durch die gute und ansprechende Verarbeitung auszeichnet: große, fest in Holz gerahmte Spielbretter mit nach alten Vorlagen gezeichneten Spielplänen, dazu (in einem Holzkasten) handfeste Spielfiguren. Das „Belagerungsspiel“ ist ein Klassiker aus dem Mittelalter und bei näherer Betrachtung schwieriger als anfangs gedacht. Wünschenswert wäre in diesem Fall eine sorgfältigere Ausarbeitung der Spielregel. Aus der jetzigen geht nicht hervor, wer den ersten Zug hat, der Angreifer oder der Belagerte. Und offen bleibt auch, ob der Angreifer verloren hat, wenn er nicht mehr ziehen kann, oder ob das als Patt zu werten ist.

Auf demselben Brett kann auch das Einsiedlerspiel „Solitaire“ gespielt werden sowie das „Pyramidenspiel“. Die andere Seite des Brettes ist für „Halma“ und seine verschiedenen Varianten.

Gerhard Prause

Das Labyrinth-Kugelspiel – Hergestellt von Brio in Schweden (Vertrieb in Deutschland: Wilhelm Möller, John Hess Nachf., Hamburg, Rudolf Finke, München), DM 46,50;

Halma – Belagerungsspiel, Otto Maier Verlag, Ravensburg, DM 30,–