Es ist schwer, keine Satire zu schreiben. In Tokio hatten sich Vertreter von 98 Ländern auf einen neuen Anlauf zur weiteren Liberalisierung des Welthandels geeinigt. Nach einem aufgeregten Hin und Her wurden mit Hilfe verbaler Klimmzüge die Meinungsverschiedenheiten über den Zusammenhang zwischen Handels- und Währungsgesprächen schlecht und recht verkleistert. Nun könnten, so sagte man damals erleichtert, in Genf die Sachgespräche beginnen.

Dann gingen die gleichen Länder nach Nairobi und stellten fest, daß auch die Währungsgespräche keinen Zoll voranzubringen waren. Dennoch trafen sich am 24. Oktober 81 Länder im Gatt-Verhandlungskomitee zu Genf wieder, um das zu tun, was in Tokio beschlossen wurde: beginnen. Aber das gelang nicht. Denn den Amerikanern fehlt noch die Verhandlungsvollmacht. Solange wollen sich auch die Europäer auf kein Verhandlungsmandat für die Kommission festlegen.

Es wird also weiter vorbereitet. Der unsinnige Streit darüber, ob die Währung oder der Handel Vorrang haben, sollte schleunigst begraben werden. Der Schlüssel für Fortschritte auf beiden Feldern liegt ohnehin in Washington. Erst wenn die USA das Signal geben, wird das Motto „Mit Gatt in eine bessere Zukunft“ zu realisieren sein.

R. H.