Bildungsminister Klaus von Dohnanyi will über gezielte Recherchen an den Universitäten herausfinden, ob das Geld, daß Bonn für Doktorarbeiten ausgibt, sinnvoll angelegt ist.

Seit November 1971 finanzieren Bund und Länder (75 Prozent Bund und 25 Prozent die Länder) Doktoranden zwei Jahre lang mit monatlich 800 bis 1000 Mark. Zweck der Förderung ist die Unterstützung solcher Studiker, die mit ihren Arbeiten einen echten Beitrag zu Wissenschaft und Forschung leisten wollen.

Immerhin haben Bund und Länder für die Doktoranden allein im vergangenen Jahr knapp 50 Millionen ausgegeben. In diesem Jahr wird allein der Bundeszuschuß 60 Millionen betragen, im nächsten Jahr sogar 75 Millionen. Zur Zeit gibt es rund 7000 Doktoranden, die vom Bund gefördert werden.

Sollte sich bei den Recherchen herausstellen, daß mit Hilfe von Steuergeldern das mit einem Doktortitel verbundene Sozialprestige finanziert wird, dürfte die aus anderen Gründen ohnedies fällige Novellierung des Graduiertenförderungsgesetzes auch schärfere Förderungskriterien zur Folge haben.

Leicht dürfte es der Minister dabei nicht haben. Als die Förderung vor zwei Jahren eingeführt wurde, wollte man den Dr. med. allen examinierten Medizinern gleich bei der Approbation verleihen. Gegen diese Klassenteilung aber liefen die ärztlichen Standesorganisationen in Bonn Sturm. hff