Das Bundeskartellamt schießt sich auf das Kreditgewerbe ein. Ins Visier gerieten zunächst die zentralen Zinsempfehlungen – danach der Eurocheque. Bei ihm stoßen sich die Berliner Wettbewerbshüter an der Höchstgrenze von 300 Mark, deren Einlösung europäische Banken und Sparkassen garantieren. Darin sieht man ein wettbewerbsschädigendes Verhalten. Und zwar geht man in Berlin davon aus, daß die Grenze deshalb so niedrig gehalten wird, um die Kunden zu vermehrten Scheckeinlösungen zu verleiten – und um dadurch mehr Buchungsgebühren kassieren zu können.

Selbst wenn unterstellt wird, daß die Buchungen im Sinne des Kreditgewerbes „gewinnbringend“ sind, so liegt die Begrenzung des Scheckbetrages auf 300 Mark anderswo begründet, nämlich in der Einengung des Risikos. Nach langen Verhandlungen erklärten sich große Teile des europäischen Kreditgewerbes bereit, bis zu 300 Mark jeden Betrag auszuzahlen, auch wenn das in Anspruch genommene Konto ungedeckt ist.

Wer diese Höchstgrenze beseitigen will, bringt das ganze Eurochequesystem in Gefahr. Ist es eigentlich Aufgabe des Bundeskartellamtes, Einrichtungen zu beseitigen, die von der Bevölkerung als angenehm empfunden werden? K. W.