Auf der 46. Tagung der American Heart Association berichten zwei Bostoner Chirurgen jetzt von einer neuen Therapie, Nierenkranken zu helfen. Sieben Patienten an der Lahey Clinic Foundation in Boston litten unter Bluthochdruck. Ursache ihres Leidens war die totale Blockierung einer Nierenarterie. Normalerweise läßt sich die Krankheit mit solchen Symptomen nur durch die Entfernung der betroffenen Nieren heilen. Die Chirurgen Dr. Leonard Zinman und Dr. John A. Libertino halfen ihren Patienten nun, indem sie um die verstopfte Arterienstelle ein Stück aus einer Beinvene transplantierten. Diese Operationstechnik wurde bislang nur bei verstopften Herzarterien angewendet.

Noch eine zweite Methode erprobten die Bostoner Nierenspezialisten: die sogenannte Endarteriektomie. Aus der blockierten Nierenarterie räumten Zinman und Libertino arteriosklerotische Ansammlungen und Fettablagerungen aus der Blutbahn. Beide OP-Techniken – bis jetzt freilich nur an sieben Patienten erprobt – verliefen überaus erfolgreich. Bei sechs der Patienten funktionierte, die betroffene Niere nach der Operation wieder normal, der Blutdruck pendelte sich wieder auf gesunde Werte ein oder senkte sich zumindest stark.

Vor übertriebenen Hoffnungen warnen die US-Mediziner jedoch. Nicht alle Patienten, die unter Bluthochdruck leiden, dessen Ursache blockierte Nierenarterien sind, könnten von den nun erprobten Techniken profitieren. Vorbedingung für Endarteriektomie oder bypass-Operation bei verstopften Nierenarterien sei es, daß die Kapillarknäuel in der Nierenrinde noch ausreichend funktionstüchtig seien. Dieses Netzwerk kleinster Blutgefäße wird – ähnlich wie beim Herzen – nur dann stärker aktiviert, wenn das Organ durch die Hauptgefäße nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird. Hauptaufgabe dieses Systems ist es, die giftigen Stoffwechselendprodukte aus dem Blut herauszufiltern und dem Urin zuzuleiten.

Als geeignete Prüfmethode empfehlen Zinman und Libertino, bei Operationsbeginn eine Probe des Kapillargewebes mikroskopisch auf die Funktionstüchtigkeit zu untersuchen. kk