Beim Ostberliner Staatssicherheitsdienst (SSD) soll er unter dem Decknamen Nante gearbeitet haben, beim Bundesnachrichtendienst sei er unter dem Pseudonym Handwerker registriert, Diese Enthüllung veröffentlichte die Hamburger Illustrierte Stern in der vorigen Woche über den Redaktionsdirektor Heinz Losecaat van Nouhuys vom Münchner Konkurrenzblatt Quick.

Nach Geheimdienstakten soll Nouhuys dem SSD mindestens von 1953 bis 1960 Informationen übermittelt und dafür rund 200 000 Mark kassiert haben. Gleichzeitig und später habe der Journalist auch für den Bundesnachrichtendienst gearbeitet, einerseits, um für ihn beim SSD interessierendes Material zu bekommen, andererseits, um Bonner Politiker zu observieren.

Der Chef des Bundeskanzleramtes, Grabert, so sagte Regierungssprecher von Wechmar Donnerstag voriger Woche in Bonn, könne „nicht bestreiten“, daß Nouhuys bis in die sechziger Jahre für den BND gearbeitet habe. Am nächsten Tag versuchte Grabert in einer Stellungnahme den Eindruck zu revidieren, als habe er den Vorwurf des Stern amtlich bestätigt, Grabert ließ jetzt verlauten, er könnte die geschilderten Vorgänge „weder dementieren noch bestätigen“.

Regierungssprecher Grünewald erläuterte dazu, daß nachrichtendienstliche Auskünfte nur den zuständigen Instanzen gegeben würden. Zuvor hatte die Opposition dem Kanzleramtschef mangelnde Diskretion vorgeworfen.

Nouhuys selber versicherte eidesstattlich: „Der gesamte Artikel ist eine raffinierte Mischung aus willkürlichen Verzerrungen und professionellen Fälschungen.“ Der Heinrich-Bauer-Verlag, Hamburg, in dem Quick erscheint, beantragte auf dieser Grundlage eine Einstweilige Verfügung gegen den Stern. Einen Tag später zogen die Anwälte des Bauer-Verlages den Antrag wieder zurück. Dafür reichte der Verlag beim Landgericht Klage gegen den Verlag Gruner und Jahr, den Chefredakteur Nannen und drei verantwortliche Redakteure ein.