Künstlich erzeugte, schwache elektrische Felder können unser Verhalten beeinflussen. Möglicherweise heilen sie auch Schlaf- oder Gemütsstörungen.

Zu diesem Ergebnis kamen Dr. Ross Adey von der School of Medicine an der University of California in Los Angeles und sein Mitarbeiter Dr. Rochelle Medici. Bei seinen Versuchen mit Versuchstieren und Menschen verwendete das Forschungsteam elektrische Felder mit Frequenzen, die jenen von Gehirnströmen entsprechen.

Adey und Medici untersuchten elektrische Felder niederer und sehr hoher Frequenz (im Radarbereich) und wiesen nach, daß diese Felder die unterschiedlichen Gehirnströme – wie sie für den Schlaf- oder Wachzustand charakteristisch sind – beeinflussen können. Die Autoren: „Elektrische Felder dieser Art dürften zur Behandlung von Schlafstörungen, chronischen Schmerzen oder vielleicht auch Stimmungsschwankungen geeignet sein.“

Über die negative Wirkung von starken elektromagnetischen Feldern im Mikrowellenbereich ist in den letzten Jahren ausführlich berichtet worden. Der Strahlenwirkung wurden Schädigungen der Augen, der inneren Organe und des peripheren Nervensystems vor allem durch Temperaturveränderungen angelastet. Das Adey-Projekt ist dagegen eines der ersten, das nachzuweisen versucht, daß gewisse elektromagnetische Felder Gehirnströme in positiver Weise aktivieren und Verhalten ohne thermische Schädigungen verändern können.

Die elektrischen Wechselfelder wirken, wie die Forscher vermuten, auf das Kalzium ein, das als verbindender Mörtel zwischen den Bausteinen der Nervenzellen-Wände dient. Diese Bausteine – Glykoprotein-Moleküle – werden gewissermaßen gelockert; folglich verändern sich in der Zelle die von ihr erzeugten Ströme und damit auch die Wellen und Nervenimpulse, die von ihr ausgesandt werden. Da Gehirnströme die Summe der Ströme vieler einzelner Gehirnzellen sind, kann mittels künstlicher elektrischer Felder der gesamte „elektrische Rhythmus“ des Gehirns verändert werden. M. W.