Noch ein Zehnprozenter

Die neue Bundesanleihe über 600 Millionen Mark ist noch einmal mit einem zehnprozentigen Nominalzins ausgestattet worden. Ihre Laufzeit beträgt sieben Jahre, ihr Ausgabekurs 101,75 Prozent. Daraus ergibt sich eine Rendite von 9,64 Prozent, was darauf hindeutet, daß der deutsche Kapitalmarkt wohl noch in diesem Jahr von den Zehnprozentern Abschied nehmen muß. Auf der Konsortialsitzung hatten die Vertreter mehrerer Kreditinstitute den Eindruck, daß man mit der Auflage von weiteren Bundesemissionen zurückhaltend sein wird, was die Zinssenkungstendenz sicherlich beschleunigt. Allerdings verfügt die Bundesbank noch über gewisse Interventionsbestände aus den letzten Anleihen.

Optionsanleihe von Wells Fargo

Um Mittel für die Beteiligung an der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt zu beschaffen, will Wells Fargo International Investment Corp. (Tochtergesellschaft von Wells Fargo & Company, San Francisco, Kalifornien, USA) in der Bundesrepublik eine 50-Millionen-Mark-Euro-Optionsanleihe auflegen. Für diese Anleihe ist eine Nominalverzinsung von 6 1/2 Prozent vorgesehen. Die Laufzeit beträgt längstens 15 Jahre, die Tilgung erfolgt ab 1.11.1979 zum Nennwert. Jeder Teilschuldverschreibung über 1000 Mark ist ein Optionsschein beigefügt, der ab 1. 6. 1974 bis 31. 10. 1988 zum Bezug von voraussichtlich 8 oder 9 Stammaktien der Wells Fargo & Company berechtigt. Ob diese Anleihe für deutsche Anleger interessant ist, wird sich erst sagen lassen, wenn die genauen Konditionen bekannt sind. Wells Fargo fungiert als Bankholding. Ihr Hauptvermögenswert ist die Wells Fargo Bank, National Association, die 300 Zweigstellen in Kalifornien betreibt. Seit kurzem ist Wells Fargo mit 25 Prozent an der ADCA beteiligt.

Geschäfte mit Heiligen

Alte Heiligenbilder (Ikonen) stehen bei Sammlern hoch im Kurs. Nach einer Meldung des Münchener Kunstgaleristen lllias Neufert, einem renommierten Ikonenhändler, liegt der jährliche Wertzuwachs erstklassiger Sammelstücke bei 15 bis 30 Prozent. Die Schwierigkeit besteht jedoch darin, an gute Ikonen heranzukommen. In den Ursprungsländern (Rußland, Balkanstaaten) besteht generelles Ausfuhrverbot. Ikonenschmuggel wird nicht selten mit Gefängnis bestraft. Aber selbst wer einen Heiligen in der Tasche über die Grenze transportieren kann, macht nicht immer ein gutes Geschäft. Auch in Polen oder in der Ukraine weiß man um den Wert der Bilder. Vielfach stellt sich später heraus, daß die wertvolle Ikone, die für einige hundert Mark erworben wurde, in Wirklichkeit eine auf alt getrimmte Nachahmung ist, deren Wert unerheblich ist. Ratschläge erteilt auch der Direktor des Ikonenmuseums in Recklinghausen, Thomas Grachowiak.

Lichtblick bei Exoten