Gastschriftsteller

Da es in der Sowjetunion noch immer kein PEN-Zentrum gibt, hat das Präsidium des bundesrepublikanischen PEN auf seiner Tagung im Oktober drei sowjetische Germanisten in seine Reihen aufgenommen: Efrim Etkind, Lew Kopelew, Nikolai Lukasch – „in Würdigung ihrer Verdienste um die deutsche Sprache und Literatur“. Das französische PEN-Zentrum hat die sowjetischen Autoren Alexander Galitsch und Wladimir Maximow zu Mitgliedern gewählt. Galitsch, der soeben in der Fischer-Reihe eine Abhandlung über „Zwei Epochen deutsch-russischer Literatur-Beziehungen“ veröffentlicht hat, ist den ZEIT-Lesern aus verschiedenen Beiträgen bekannt.

Aus dem Grab gerissen

Die tschechoslowakischen Behörden haben ein Symbol des nationalen Widerstandes gegen die sowjetische Okkupation beseitigt: Heimlich ließen sie auf einem Prager Friedhof die Gebeine von Jan Palach wieder ausgraben und an einen unbekannten Ort verbringen. Das Grab des Philosophiestudenten, der sich im Januar 1969 aus Protest gegen die Unterdrückung seines Volkes öffentlich verbrannt hatte, war zu einem Wallfahrtsort für Tausende von Tschechen geworden, die sich ihm verbunden fühlten. Auch nach der Entfernung des Sarges wurden an der ehemaligen Grabstätte Kerzen angezündet und Blumen niedergelegt.

Spionage-Sputniks

Während der ersten beiden Wochen des Yom-Kippur-Krieges hatte die Sowjetunion sechs Spionage-Satelliten über dem Nahen Osten – die Amerikaner einen. Bei Ausbruch des Krieges befand sich nur ein Satellit der Russen, nämlich Kosmos 596, auf der Umlaufbahn. Er wurde, wie New Scientist jetzt berichtet, schon nach sechs Tagen wieder zur Erde zurückgeholt, um Aufschluß über die ersten Panzerschlachten zu geben. Die Spionage-Sputniks senden Fernsehaufnahmen zur Erde zurück. Außerdem machen sie noch weitaus detaillierter photographische Aufnahmen, die mit der Raumkapsel zur Erde zurückgeholt und dort entwickelt werden. Auf diese Weise waren die Sowjets ständig über die Vorgänge auf dem Kriegsschauplatz, also auch über den israelischen Vorstoß auf das Westufer des Suezkanals, aber ebenso über amerikanische Flottenbewegungen im Mittelmeer informiert.

Watergate in Paris?