Wir wissen alle, daß die Bundesrepublik kein kinderfreundliches Land ist. Das läßt sich ablesen am Mangel, am schlechten Zustand und der falschen Anlage von Spielplätzen, an der mangelnden Spielkommunikation von Erwachsenen und Kindern, an der Tatsache, daß man die Kinder aus Bequemlichkeit und weil man selber von Arbeit und Konsum vollauf in Anspruch. genommen ist, ihrerseits einer verdummenden und passiven Konsumhaltung ausliefert. Das muß nicht so sein. Viele Verlage bieten Materialien an, dem abzuhelfen, sei es in Form von Handreichungen für Eltern und Erzieher, sei es in Form von Kinderbüchern, die Kindern Mut machen wollen, Ansprüche zu stellen, ihre Bedürfnisse zu erkennen und Initiative und Kreativität zu entwickeln; So stellt

W. Frommlet/H. Mayrhofer/W. Zacharias: „Eltern Spielen Kinder Lernen“; Weismann Verlag, München 1973; 175 S., 13,80 DM.

Materialien und Spielprogramme bereit, um Kindern ein lustvolles, selbstbestimmendes Lernen in Spielsituationen zu ermöglichen. Sie analysieren die vorhandenen Gelegenheiten, die neue Erfahrungen eher verhindern, und stellen in teils bereits praktisch erprobten, teils noch zu realisierenden Beispielen dar, was im Sinne ihres Konzeptes möglich ist. Sie regen zu Bürgerinitiativen an und zeigen Wege der Finanzierung und Materialbeschaffung auf. Sie denken dabei besonders an Unterprivilegierte und Gastarbeiterkinder. Das Buch ist nicht nur anregend und vernünftig, sondern außerdem lebendig und amüsant gemacht, vor allem durch seine vielen Zeichnungen und Photos und die eingestreuten Kinderdialoge.

Das Buch von

Karin Günther-Thoma/Regina Henze/Linette Schönegge: „Der Kinderplanet“; rororo aktuell 1602, Rowohlt Verlag, Reinbek 1973; 3,80 DM

berichtet von einer 15tägigen Frankfurter Aktion 1971 auf dem Messegelände. Neben theoretischem, und gesellschaftsanalytischem Material, dessen Begriffe die geschulten Soziologen verraten, findet der Leser ein praktisches Modell, das ebenfalls vor allem Benachteiligten eine „Erziehung in Freiheit“, eine Entfaltung brachliegenden Spielpotentials ermöglicht. Der Bericht verschweigt nicht die Schwierigkeiten und Konflikte bei Vorbereitung und Durchführung der Aktion.

Von Geschichten und Handlungen als Anregung zum Rollenspiel aus geht