Nach dem aufsehenerregenden Erfolg der CDU-Sozialausschüsse unter Hans Katzer in der Mitbestimmungsfrage hat der CDU-Vorsitzende Kohl neue innerparteiliche Gespräche angekündigt. Er will es auf dem bevorstehenden CDU-Parteitag in Hamburg nicht zu einer Kampfabstimmung kommen lassen.

Damit reagierte Kohl schnell auf die Beschlüsse der Landesparteitage von Rheinland und Westfalen, die sich am vorigen Wochenende in Frimmersdorf und Dortmund mit 280:94 und 216:78 Stimmen dafür entschieden hatten, daß Arbeitnehmer und Anteilseigner „gleichgewichtig Sitz und Stimme“ in einem neu zu schaffenden Unternehmensrat haben.

Von diesem Modell ist der Bundesvorstand nicht mehr so weit entfernt wie auf dem Düsseldorfer Parteitag 1971; ein neuer Vorschlag zielt gleichfalls auf Parität, doch räumt er bei Stimmengleichheit der Firmenleitung die Entscheidungsgewalt ein. Dagegen wehren sich die Sozialausschüsse mit der Begründung, das Prinzip der paritätischen Mitbestimmung werde unterlaufen. Kohl ist nun in Eile um einen Kompromiß zwischen den beiden Vorlagen bemüht.