Alle Jahre wieder klagen die Literaturkritiker über die ständig wachsende Flut von Buchneuerscheinungen. Immer wieder glauben sie den Versprechungen der Verleger, in Zukunft ihren Titelausstoß zu drosseln. Im nächsten Jahr wollen die überlasteten Kritiker endlich die Konsequenzen ziehen: Kritik nach Vorschrift!

Auch die Preise für geistige Nahrungsmittel steigen. Für Bücher etwa. Sollen die Buchkonsumenten tatenlos zusehen? So wie die Metzger durch gezielten Fleisch-Boykott die Preise senken mußten, müssen die Buchhändler durch einen Buch-Boykott in die Knie gezwungen werden. Kaufen Sie mal ein Pfund Belletristik weniger!

Autoren-Reports sind wichtig und nützlich. Aber sie lassen sich nur schwer verkaufen, weil ihre Autoren es mit der Wahrheit allzu genau nehmen. Wo bleibt der Autoren-Report, der sich am Erfolgsrezept der Hausfrauen- oder Schulmädchen-Reports orientiert?

Joachim Schwedhelm