Deutsche Autokäufer sind anspruchsvoll. Niemand weiß dies besser als Ford in Köln, wo man gegen die in Technik und Verpackung erfolgreiche Konkurrenz aus Rüsselsheim langsam, aber stetig an Boden verlor. Noch vor drei Jahren standen die Zeichen gar nicht schlecht: Der damals neue Taunus erreichte auf Grund seines wuchtigen Aussehens und seines geräumigen Kofferraumes einen beachtlichen Anfangserfolg. Dann aber zeigten sich Mängel – vor allem bei der Straßenlage –, die indirekt dem Ascona von Opel zugute kamen.

Für 1974 hat sich Ford ein Comeback des Taunus vorgenommen. Man ging dazu einen Weg, der gerade bei Ford überrascht: Das Auto ist innen weitgehend neu, aber außen blieb bis auf Kühlergrill und Scheinwerfer alles beim alten.

Die neue Innenausstattung bringt eine Reihe von wesentlichen Verbesserungen: klare, hervorragend abzulesende Instrumente, vorbildlich einfach zu bedienende Heizung und Lüftung (mit beleuchteten Hebeln), neue, voluminöse Sitze mit sehr brauchbarem seitlichen Halt und aufwendige Innenverkleidungen.

Dem angenehmeren Verhalten auf schlechter Straße dienen die neue Abstimmung von Federn und Stoßdämpfern und ein zusätzlicher Querstabilisator an der Hinterachse. Noch immer aber bildet das Fahrwerk den schwächsten Punkt beim Taunus: Schon zerfahrene Autobahnstücke mag es gar nicht. Den Reiz am Fahren beeinträchtigt auch die Tendenz zum „Untersteuern“ speziell bei den Sechszylindermotoren: Der Wagen muß um schnelle Kurven fast gezwungen werden.

Noch immer kann man sich seinen Taunus weitgehend nach eigenen Vorstellungen aussuchen: Es gibt die Basisausstattung, ein L-, XL- und GXL-Modell. Der frühere GT fiel dagegen weg. Motoren werden mit 1,3 Litern (55 und 59 PS), 1,6 Litern (72 und 88 PS), 2,0 Litern (90 PS) und 2,3 Litern (108 PS) geliefert; die beiden letzten sind V-Sechszylinder. St. W.