Einen Ausdruck für die Energiesparsamkeit, die seit kurzem die Amerikaner erfaßt hat, stellt ein Gebäude dar, das im nächsten Jahr in Lincoln (Massachusetts) fertiggestellt werden soll: ein mit Hilfe von Sonnenenergie beheiztes und gekühltes Bürohaus von 750 Quadratmeter Grundfläche. Ein Teil des Daches ist als Sammler für das Sonnenlicht ausgebildet und im Winkel von 45° nach Süden geneigt. Er besteht aus einem System von wärmeisolierten, mit Wasser oder Äthylenglykol gefüllten Rohren, die zwischen Glasplatten liegen und hinter denen eine geschwärzte Metallplatte angeordnet ist. Sie heizt sich im Sonnenschein auf und gibt ihre Wärme an die Rohrschlangen ab. Die Flüssigkeit in den Rohren zirkuliert und trägt die Energie in einen 28 000 Liter fassenden Tank, aus dem wiederum die Heizkreise gespeist werden.

Wärmeverluste sind nach Möglichkeit eingeschränkt durch Einbau von Doppelfenstern und Wärmeschleusen vor den Außentüren. Im Winter soll die Sonne etwa 56 bis 85 Prozent des Gesamtenergiebedarfs decken, im Sommer treibt sie die Klimaanlage. Das System ist mit elektrischer Energie kompatibel.

Der Preis der Sonnenenergieanlage ist mit 154 000 Dollar noch recht hoch, soll aber bei Serienherstellung auf 31 000 Dollar gesenkt werden können. Wenn die Preise der herkömmlichen Heizmittel weiter steigen, steht derartigen Systemen sicher ein großer Markt offen.

R.K.