Welches auf der Gleichheit von Kapital und Arbeit basierende Mitbestimmungsmodell am Ende auch obsiegen wird, es wird den Einfluß der Arbeitnehmer auf die Geschäftspolitik der Unternehmen beträchtlich vergrößern. Einigen Gewerkschaftlern reicht das noch nicht. Sie fordern – wie jetzt der Vorsitzende der IG Chemie, Karl Hauenschild, für die Aluminiumindustrie – eine Investitionslenkung.

Dazu sollen Gremien geschaffen werden, in denen Unternehmen, Gewerkschaften und der Staat gemeinsam entscheiden. Auch für die Chemiefaserindustrie, die wie die Aluminumbranche in der Vergangenheit unter Überkapazitäten litt, existieren solche Pläne. Die Anhängerschaft solcher Planspiele reicht von Brüsseler Eurokraten über die Jusos zu Willy Brandts wirtschaftspolitischem Berater Lahnstein.

Nun gibt es keinen Grund zu der Annahme, daß Gewerkschaftler und Beamte vor den Irrtümern, denen Unternehmer bisweilen unterliegen, gefeit sind. So liegt der Verdacht nahe, als ginge es hier in Wahrheit um Systemveränderung. Denn was würde letztlich an freier Unternehmerinitiative übrigbleiben, wenn eine der wichtigsten Entscheidungen, die Steuerung der Investitionen, auf außerbetriebliche Gruppen überginge? Und wie gesagt: Was hätten dann noch die über kurz oder lang paritätisch besetzten Aufsichtsräte zu bestimmen? Eg.