Die europäische Agrarpolitik soll in Zukunft vereinfacht werden und den Steuerzahler weniger kosten. Dieses Ziel verfolgt die EG-Kommission mit ihren Vorschlägen zur Verbesserung der gemeinsamen Agrarpolitik.

Bestrebungen zu einer Reform der Agrarpolitik, durch die die indirekte Einkommenstützung der Landwirte über hohe Erzeugerpreise von direkten Einkommenssubventionen abgelöst würde, wurden von der EG-Kommission verworfen. Wie Agrarkommissar Lardinois mitteilte, solle die im Rahmen des Mansholt-Planes eingeleitete Reform der Agrarstrukturen nicht durch neue Einkommenszahlungen kompliziert werden. Außerdem hatten die Experten der Generaldirektion Landwirtschaft errechnet, daß ein System direkter Einkommenszuwendungen im Vergleich zur jetzt praktizierten Preisstützung nicht billiger sei.

Die Verbesserungsvorschläge der Kommission betreffen:

  • eine Durchforstung der Marktordnungen, die durch eine Vielzahl neuer Verordnungen zu einem wild wucherndem Paragraphendschungel geworden sind. Die Marktordnung für Rindfleisch, so Lardinois, könne ohne weiteres auf ein Sechstel ihres gegenwärtigen Umfangs zusammengestrichen werden.
  • Eine Verbesserung der Preisrelationen zwischen Brot- und Futtergetreide mit dem Ziel, den Anbau von Mais und Gerste zu belohnen und den Anbau von Weizen zu benachteiligen.
  • Eine Senkung des Interventionspreises für Butter und eine Erhöhung des Preises für Magermilchpulver. Dadurch soll der Butterverbrauch gefördert, weitere Einlagerungen von Butter verhindert und die Erzeugung von Magermilchpulver begünstigt werden. Die Bauern sollen außerdem durch eine Abgabe für die Milchablieferung bei den Molkereien an den Überschüssen von Butter verantwortlich gemacht werden.

Nach den Schätzungen der Kommission würden beim EG-Agrarfonds, dessen Abteilung Marktstützung 1974 etwa 13 Milliarden Mark umfassen wird, mit der Annahme dieser Vorschläge durch den Ministerrat Einsparungen in Höhe von rund 3,6 Milliarden Mark entstehen. Der Verbraucher hätte keine direkten Vorteile zu erwarten. Lardinois: „Butter wird vielleicht billiger, Brot vielleicht teurer und Rindfleisch vielleicht nicht billiger...“ hhb