Die Bewertung der Tätigkeit stimmt nicht mehr (VI. Folge und Schluß)

Von Erwin Lausch

Gebt mir gute Mütter“, forderte der englische Schriftsteller Aldous Huxley („Schöne neue Welt“), „und ich werde euch eine bessere Welt schaffen.“

„Umgekehrt ist es richtig“, kritisierte der französische Kinderpsychiater Serge Lebovici: „Schafft mir eine bessere Welt, und ich werde euch gute Mütter geben.“

Das klingt verdächtig nach dem fatalen Henne-Ei-Problem. In Wirklichkeit ist die Situation keineswegs hoffnungslos. Es bestehen zahlreiche Ansatzpunkte zur Verbesserung der Mutter-Kind-Beziehungen gerade in den ersten drei bis vier Lebensjahren, in denen sich das Schicksal des Kindes weitgehend entscheidet und in denen dennoch vielen Kindern die optimalen Entwicklungsbedingungen versagt bleiben.

Gegen Mutterentbehrungen gibt es freilich kein einzelnes Allheilmittel. Die Passivität, mit der viele Menschen heute die Befreiung von jeglichem Übel aus der Entgegennahme medizinischer oder sozialer Dienstleistungen erwarten, hilft hier nicht weiter. Erforderlich ist eine Fülle von Maßnahmen, ist vor allem ein Bewußtseinswandel in allen Kreisen der Bevölkerung.

Erster Angriffspunkt sind die Säuglings- und Kleinkinderheime, wo das Risiko für kleine Kinder, schwerste seelische Verkrüppelungen zu erleiden, am größten ist. Hier kommt nur eine Lösung in Betracht: Säuglings- und Kleinkinderheime müssen aufgelöst werden.