„Der Bundeskanzler und ich haben uns versprochen, auf der Basis des Regierungsprogramms bis zum Ende der Legislaturperiode zusammenzuarbeiten. Dabei bleibt es!“ Mit diesen Worten hat der Parteivorsitzende der Freien Demokraten, Außenminister Scheel, der CDU am Montag auf dem 24. FDP-Parteitag in Wiesbaden eine Absage erteilt. Es helfe der Union nicht weiter, wenn sie den Freien Demokraten „an jeder Ecke Liebesschwüre“ zuflüstere. Zugleich wandte Scheel sich dagegen, daß Kräfte, in der SPD „ihren eigenen Familienkrach in unserem Hause auszutragen“ versuchten.

Scheel unterstrich den Willen seiner Partei zu tragfähigen Kompromissen bei den innenpolitischen Problemen und lobte die Arbeit in der Koalition. „Die Regierung funktioniert.“

Außenpolitisch legte der Parteivorsitzende das Schwergewicht auf die Einigung Westeuropas – den „festen Boden“, ohne den auch keine Entspannungspolitik gegenüber Osteuropa aufgebaut werden könne.

Enttäuscht über die Rede äußerte sich der Bundesvorsitzende der Juhgdemokraten, Neunhöffer. Die „brennenden Probleme“ in den Bereichen Mitbestimmung, Berufsbildung und Extremistenerlaß habe Scheel nicht „wirklich gepackt“. Der CDU-Sprecher Weißkirch bedauerte die „Polemik“ Scheels. Er zeichne eine „heile Koalitionswelt, die es nicht gibt“.

Im Mittelpunkt des dreitägigen Parteitages stand die Verabschiedung eines Medienkonzeptes, das den freiheitlichen Journalismus in der Bundesrepublik stärken will.