Ein überaus starker Dollar und eine schwächliche Mark waren dieser Tage die Überraschung auf den Devisenmärkten. Der Dollar ist am Montag von 2,58 zeitweise bis auf 2,6250 Mark gestiegen. Die Mark war auch unter den Währungen des europäischen Blocks die schwächste. Am Rücken der „Schlange“, des engen Europabandes, bewegten sich die dänische und die norwegische Krone.

Eine starke Schubkraft für den Kurs des Dollars ist die günstige Entwicklung der amerikanischen Handels- und Zahlungsbilanz. Die amtlichen Stellen in Washington rechnen damit, daß in der Grundbilanz (laufende Posten und langfristiger Kapitalverkehr) schon 1974 Überschüsse erscheinen werden.

Doch damit ist das Comeback des Dollar noch nicht voll erklärt. Die Erholung ist durch die Energiekrise akzentuiert worden. Die Überlegungen der Händler im Markt sind nicht ohne Logik. Sollten die Ölscheichs die Versorgungskrise zuspitzen, würde die amerikanische Wirtschaft weniger leiden als die europäischen Wirtschaften. Unter ihnen gelten die deutsche und holländische als besonders gefährdet. Wer kann, flieht deshalb diesmal aus der Mark in den Dollar. R. H.