Namtlich kann keine Rede davon sein, daß die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft, Münzen, die 34 Millionen Mark „braucht“, die durch die (der Hauptversammlung am 7. Dezember vorgeschlagene) Kapitalerhöhung von nominal 119 auf 153 Millionen Mark hereinkommen sollen. In erster Linie geht es hier um ein Bonbon für die Aktionäre. Die neuen Aktien werden zu 50 Prozent eingezahlt und mit 50 Prozent Agio ausgegeben. Vorstandsvorsitzender Horst K. Jannott wehrte sich gegen die Vorstellung, daß es sich bei den teileingezahlten Aktien um einen „alten Zopf“ handle. Da die Assekuranz das Kapital nicht für Investitionen, sondern nur als Garantiemittel benötige, sähe man keine Veranlassung, von der Teileinzahlung abzugehen. Bei einem Börsenkurs von 600 Mark je 100-Mark-Namensaktie (50 Prozent Einzahlung) ist das Bezugsrecht attraktiv und auch gut verwertbar.

Mit der Wiederanhebung der vor zwei Jahren herabgesetzten Dividende von 15 auf 18 Prozent (auf 67 Millionen Mark eingezahltes Kapital) will die „Rück“ (die jetzt mit neuem Emblem und dem englischen Namenszusatz „Munich Re“ aufwartet) auch etwas für ihr internationales Prestige tun. Daß bei 4,6 Milliarden Mark technischen Rückstellungen mit sicherlich hohen stillen Reserven der Dividendenbetrag nicht ins Gewicht fällt, bestreitet auch der Vorstand nicht. Es geht hier allein um die Optik.

Das Geschäftsjahr 1972/73 (30. 6.) hat der „Rück“ eine entschiedene Erholung ihrer Erträge gebracht. Die Rechnung der Branchen schließt mit 10 Millionen Mark technischem Überschuß (nach 40 Millionen Mark Defizit) ab. Die Sanierungsmaßnahmen schlugen voll zu Buch (die Prämieneinnahmen zogen brutto um gut zehn Prozent auf 3,34 Milliarden Mark an).

Wie immer, wenn sich das technische Ergebnis bessert, kann man sich im „allgemeinen Geschäft“, das von den Vermögenserträgen und Kursgewinnen bestimmt wird, allerlei Sondertouren leisten. So diesmal über vier Millionen Sonderzuweisung zu den Pensionsrückstellungen. Allerdings kletterten auch Wertpapierabschreibungen und Wertberichtigungen, und der Steueraufwand (den Jannott leider nicht aufschlüsseln wollte) schnellte – nachdem der Verlustvortrag abgebaut ist – von 13 auf fast 51 Millionen Mark hoch. Währungsänderungen schmälerten zwar den Prämienzuwachs im Ausland, besserten den Ertrag aber um vier Millionen Mark auf. Bö.