Doch nach dem ersten Schock begann man sich zu fragen, ist das Ende nicht ein wenig ungewiß? Wird es eine Fortsetzung geben? Wir sind diesen Fragen nachgegangen. Hier ist unsere Antwort. Es geht weiter. Suhrkamps bester Autor, der Mann nämlich, der dort die Werbung macht, hat uns Einblick in ein Exposé gegeben, das Martin Walser an den Verlag übermittelt hat. Hier kurz die wichtigsten Informationen.

1. Der vierte Kristlein-Roman wird „Die Auferstehung“ heißen. Urheberrechtliche Schwierigkeiten – die Rechte an dem gleichnamigen Tolstoj-Roman hat Fleissner inzwischen in einem R-Gespräch mit Seven Up in New York gegen die Rechte an Indira Gandhis Suppenrezepten eingetauscht – bestehen nicht mehr, seitdem die Russen im Samisdat Walsers Anmerkungen über den Samisdat lesen konnten. Der russische Unterhändler, ein hervorragender Kenner der deutschen Literatur, beim Kwaß (er ist magenkrank): „Die Möglichkeit, daß man Walser mit Tolstoj verwechselt, ist gering, außerdem sind die Rechte an dessen Werk frei.“

2. Der Roman wird kürzer sein als sein Vorgänger, der wiederum kürzer war als der vorhergehende, und so weiter. Unseld sagt, er bringt es auch diesmal wieder hin. Das Buch wird noch mehr als „Der Sturz“ das Geldverdienen zum Thema und zur Ursache haben.

3. Die Handlung. Zwar stürzt Kristlein ab, aber Alissa hat nicht, wie sie im „Sturz“ vorschlug, die Adressen von italienischen Genossen besorgt, sondern diese von Kristleins Vorhaben benachrichtigt. Sie waren daher von weither mit einem Sprungtuch herbeigeeilt und haben die Kristleins damit samt Auto und Segelboot aufgefangen. Man sieht, „Die Auferstehung“ wird im Zeichen des Sozialistischen Realismus stehen, „der die Realität als Schein entlarvt und endlich das Versprechen der Utopie einlöst“ (Walser).

4. Es wird ein gewisser Gallistl auftreten, für den Kristlein bisher nur K. war („macht Kunst“), nach seiner Auferstehung heißt er aber nicht mehr K., sondern Kasimir Kamenzind. Kamenzind wird Salon-Süddeutsch reden („Gsund samma worden durch die Partei“), was ihn zum Sympathieträger machen soll, Kamenzind wird von jetzt an aus Gründen der Symbolik nur noch nach oben laufen (Treppen, Alpen).

5. „Die Auferstehung“ wird erst nach einem längeren Zeitraum erscheinen. Das ungewisse Ende des Anselm Kristlein in Band III soll in der Zwischenzeit die Diskussion in Gang halten.

Die Verlegung des Erscheinungstermins ist notwendig, denn Walser hat Imageschwierigkeiten. Hier die Schlußsätze aus einer Profilstudie, die Suhrkamp bei Professor Scheuch (ohne Vorschuß) in Auftrag gegeben hat.