Nach Ansicht der Regierung in Saigon hat der „dritte Krieg in Südvietnam“ begonnen. Ein Regierungssprecher erklärte, die kommunistische Seite habe ihre Aktivität „von kleinen Angriffen, denen keiner Beachtung schenkt, zu immer größeren Operationen“ verstärkt. Jedoch werde jeder Angriff der anderen Seite beantwortet werden.

Journalisten beobachteten am Donnerstag voriger Woche den Start von mehr als hundert Bombern auf dem südvietnamesischen Luftwaffenstützpunkt Bien Hoa bei Saigon. Sie griffen die Stadt Loc Ninh an, die als Sitz der provisorischen Revolutionsregierung gilt. Nach Darstellung der offiziellen Vietcong-Vertretung in Saigon hat der Angriff 32 zivile Todesopfer gefordert.

Prinz Sihanouk hat in Peking die Führung der kambodschanischen Exilregierung abgegeben. Nach japanischen Meldungen wurde der stellvertretende Ministerpräsident Khien Sampahu zum amtierenden Regierungschef ernannt. Sihanouk selber gab bekannt, daß die Exilregierung den Sturz des Regimes Lon Nol künftig nicht mehr von Peking aus betreibe, sondern von Kambodscha aus – in einem durch die Roten Khmer befreiten Gebiet.