Die Bornheimer Volksbank eGmbH ist in Schwierigkeiten geraten. Eine Prüfung ergab, daß bei einigen Kreditengagements Risiken von 10 bis 15 Millionen Mark entstanden waren, die nicht gedeckt werden können. Für die Einleger der Bank besteht keine Gefahr, da die Verluste durch die Gemeinschaft der Volksbanken aufgefangen werden. Schuld an den Verlusten sind drei Vorstandsmitglieder, die gesetzes- und satzungswidrige Manipulationen vorgenommen haben, indem sie falsche Angaben über die Höhe der von ihnen an einigen Firmen gewährte Kredite machten.

Persönliche Bereicherung der inzwischen entfernten Vorstandsmitglieder wird ausgeschlossen. Das Motiv scheint vielmehr ihr Ehrgeiz gewesen zu sein, ein Wachstum ihrer Bank vorzutäuschen, das ihre Selbständigkeit rechtfertigen würde.

Der Fall zeigt deutlich die Schwäche genossenschaftlicher Vereinigungen. Ihre Mitglieder sind zu einer sachgemäßen Beurteilung der Geschäftspolitik nicht befähigt. Sie müssen glauben, was ihnen die Vorstände sagen. Nicht selten wollen die Direktoren aber Könige bleiben, obwohl damit der Sache selbst am wenigsten gedient ist.

K. W.