In der Bildungspolitik sind die Parteien heillos zerstritten. Auf der Bildungskonferenz des DGB in Essen waren sich jedoch die Bildungspolitiker von SPD, FDP und CDU in einem Punkt einig: Was nottut, ist Solidarität gegenüber den Finanzministern. Diese seltene Einheitsfront entstand aus gemeinsamer Enttäuschung. Die Finanzminister wollen die Bildungsetats nicht mehr stärker steigen lassen als die Gesamtetats. Und schon vor Monaten strichen sie die 59-Milliarden-Forderung der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung auf 53,6 Milliarden Mark zusammen. Daran sind Finanzminister aus SPD-regierten Ländern nicht unbeteiligt.

Neben Staatssekretär Schüler vom Bundesfinanzministerium hatte der DGB zur Bildungskonferenz auch Finanzminister Wertz aus Nordrhein-Westfalen eingeladen. Beide sagten ab. Als einziger Verteter derer, die die Hand über die Kasse halten, kam ein Ministerialdirektor aus dem Bundesfinanzministerium.

Wenn ein vielbeschäftiger Minister einmal passen muß – keiner wird ihm das übelnehmen. Finanzminister aber haben in Bildungsfragen ein wichtiges Wort mitzureden. Ohne sie bleibt die Bildungsdiskussion ein Trockenskikurs.

ma.