Präsident Nixon tat seinen Kritikern zugesichert, er werde in der Tonbandaffäre alle Zweifel an seiner Integrität ausräumen. So bot er am Montag dem Bundesgericht in Washington an, daß ein von Richter Sirica zu benennender Spezialist die ausgelieferten Tonbänder mit mondernsten technischen Mitteln auf Manipulation überprüfen solle.

Weiter sollen persönliche Notizen, auf Band gesprochene Bemerkungen und anandere, nicht verlangte Tonbänder zur Verfügung gestellt werden, um die „Substanz“ auch jener zwei wichtigen Gespräche über Probleme des Watergate-Skandals offenzulegen, die angeblich nicht aufgezeichnet wurden.

Der Präsident gab diese Zusicherungen bei einem Treffen mit republikanischen Kongreß-Abgeordneten. Es war die erste Aussprache in einer ganzen Reihe von Unterredungen, durch die Nixon seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Kongreß unterstreichen und seine Regierungsfähigkeit verbessern will.

Wie lädiert sein Prestige ist, zeigen nicht nur die Erfolge der Demokraten bei den Bürgermeisterwahlen in 800 Städten und bei der Gouverneurswahl in New Jersey; zum erstenmal wurde auch ein Veto Nixons in beiden Häusern des Kongresses überstimmt. Mit 284 : 135 Stimmen wies zuerst das Repräsentantenhaus in der vergangenen Woche den Einspruch des Weißen Hauses gegen eine Gesetzesvorlage zurück, wonach der Präsident einen nicht erklärten Krieg – wie in Vietnam – nach 60 Tagen beenden muß, wenn die Legislative es verlangt. Das Votum des Senats lautete 75:18.