Wer wagt schon, keine Jeans zu tragen...

Alle tragen heute Jeans. Richtig. Aber wie fing es denn an? Man trug Jeans doch damals aus Opposition gegen die Gesellschaft und ihre sogenannte „feine“ Kleidung, aus Opposition gegen die Mode. Und was ist daraus geworden? Ein Milliardengeschäft für die Textilindustrie. Und so wird es weitergehen. Alles, was von der Masse getragen wird, entwickelt sich zur Mode. Wir oktroyieren uns die Mode selbst.

Frank Laue, 17 Jahre

Mode ist ohne Zweifel ein Diktat. Wir können keinen Einfluß auf die Produktion nehmen, also nicht. mitbestimmen, was wir anziehen müssen, um „up to date“ zu sein; es sei denn, es wird uns ausdrücklich erlaubt. („Sie dürfen diesen Sommer tragen, was Ihnen gefällt.“) Die Frage; ist jetzt nur noch, ob Mode Spaß macht oder nicht. Es liegt bei jedem selbst, festzustellen, ob er es lustig findet, viel Geld für nutzlose und zum Teil unbrauchbare und gefährliche (siehe Plateausohle) Modeartikel aus dem Fenster zu werfen.

Aber viele, die vorgeben, ihnen mache Mode Spaß, haben im Grunde Angst, als Außenseiter zu gelten. Sie laufen krampfhaft mit jeder Modewelle mit, um ein bißchen Selbstbestätigung zu finden, sie möchten von ihren Bekannten gelobt oder bewundert werden.

Mode kann aber auch als politische Waffe gebraucht werden. Viele Jugendliche demonstrieren ihre Weltanschauung, die sich meist, bewußt oder unbewußt, gegen die (Mode-) Industrie richtet, auch mit Hilfe von Äußerlichkeiten; zum Beispiel mit langen Haaren. Um solche Angriffe zu entschärfen, werden die Mittel, derer sich die Jugendlichen bedienen, kommerzialisiert. Dem Protest ist seine Grundlage entzogen, und der Hersteller verdient kräftig.

Gegen die Absicht der Produzenten und Werbefachleute, uns zu „Konsumtrotteln“ zu erziehen, sollten wir uns mit allen Mitteln wehren: durch Konsumboykott. C. Miller, 15 Jahre