Amerikas Börsenmakler verstehen die Welt nicht mehr. Obwohl die US-Unternehmen selten gekannte Rekordgewinne erzielen, brachen am Freitag vergangener Woche die Kurse in Wall Street zusammen. Der Dow Jones Industrial, populäres Kursbarometer, das auf 30 US-Standardwerten basiert, stürzte um 24,24 Punkte auf 908,41. Das war der größte Tagesverlust in diesem Jahrzehnt.

Eine Untersuchung, die von der renommierten amerikanischen Wirtschaftszeitung Wall Street Journal in Auftrag gegeben wurde, ergab, daß 566 US-Firmen im III. Quartal dieses Jahres mit einem Plus von 32,6 Prozent bei den Gewinnen aufwarten konnten. Zu den Ertragsgiganten zählen jene Gesellschaften, von denen man eigentlich annehmen müßte, daß sie zu den Verlierern gehören müßten: die internationalen Ölfirmen.

Occidental Petroleum erwirtschaftete die gigantisch anmutende Gewinnzahl von 2056,8 Prozent, Gulf Oil plus 91 Prozent, Exxon (ehemals Standard Oil of New Jersey), größter Ölkonzern der Welt, erwirtschaftete 80,7 Prozent, Mobil Oil 63 Prozent.

Die Liste der Gewinnraten gilt als Indiz dafür, daß die Baisse bald wieder überwunden wird. Wall-Street-Experten erklären den „Schwarzen Freitag“ als Reaktion auf die aktuelle Ölkrise. jfr.