Die längste, schnellste, an Förderkapazität größte Seilbahn zu besitzen, behauptet in den Prospekten so manches alpine Schneedorado – speziell in Österreich. Es empfehlen sich Skischaukeln und Skizirkusse, Lifte zu absolut schneesicheren Höhenlagen und solche, die um Ecken führen. Nur ein Superlativ fehlt bisher bei den Aufstiegshilfen: die bequemste Bahn zeigt noch kein Wintersportprospekt an.

An Komfort mangelt es eben noch allenthalben: Zwar baggern riesige Kabinen heute in Minutenschnelle ganze Hundertschaften Pistenhungriger bergwärts. Aber wie: Zusammengepfercht wie Heringe in der Blechbüchse, angetrieben von Seilbahnbediensteten „Bitte rascher aussteigen“, und das zu Fahrpreisen, die sich gewaschen haben. Doch das Skifahrervolk, dankbar für den schnellen Transport zum Start ins weiße Vergnügen, murrt bisher kaum.

Daß es auch anders geht, erfährt der Urlauber in französischen Skigebieten. Dort nimmt man zu viert in einer mit Schaumstoff isolierten und darum maximal kältegeschützten Gondel Platz. Gondelbahnen und Lifte laufen schneller, als es der sicherheitsbewußte deutsche TÜV, der alle Bahnen abnehmen muß, erlaubt. An Schleppliften klemmt sich der Skifahrer in Frankreich per Selbstbedienung den praktisch-bequemen Teller zwischen die Beine und startet bei Grünlicht; hierzulande wuchtet ihm ein vierschrötiger Liftmann einen harten, hölzernen Bügel ins Kreuz. Nach einem WC am Lift hält der Pistenfan in Deutschland und Österreich meist vergeblich Ausschau – man sieht es an den zahlreichen Spuren im Schnee, die sich hinter sichtschützenden Heustadeln abzeichnen.

Während Österreich nun darangeht, alte Sessellifts, auf denen jahrelang die Skifahrer schier zu Eiszapfen erstarrten, durch schnellere Doppelschlepper zu ersetzen, hemmen hierzulande noch TÜV-Vorschriften manchen möglichen, in Frankreich längst verwirklichten technischen Fortschritt. Die Wetterschutzklappe im Doppelsessel gehört bei uns bisher zum technischen Tabu ebenso wie bestimmte Kleinkabinentypen, von der Selbstbedienung am Schnell-Lift gar nicht zu reden. Wetterschutz genießt der deutsche Skifahrer höchstens unter stinkenden, ausgefransten Decken, die man ihm an kalten Tagen überwirft. Wie lange läßt sich der Skifahrer noch verschaukeln? er