Verdienen am Nordsee-Ölboom

Im Rahmen ihrer Schiffs-Abschreibungs-Gesellschaft Nereus legt die Hamburgische Landesbank jetzt ihren Nereus-Fonds 17 auf. Es handelt sich dabei um die Beteiligung an zwei Patenreedereien, die zusammen mit der VTG Vereinigte Tanklager und Transportmittel GmbH (zum Preussag-Bereich gehörend) betrieben werden sollen. Es geht um zwei Versorgungsschiffe, die im Rahmen eines Erlös-Pools der OSA (VTG und DDG-Hansa) überwiegend in der Nordsee zur Versorgung von Material eingesetzt werden. Da die Schiffe noch in diesem Jahr übernommen werden, stehen von den Gesamtverlustzuweisungen, die sich aus den in der Schiffahrt möglichen Sonderabschreibungen ergeben, noch in diesem Jahr 75 Prozent des Zeichnungsbetrages zur Verfügung. Die Verlustzuweisungen laufen – abgestuft – 1977 aus. Danach sind nach der vorliegenden Kalkulation jährliche Gewinne zu erwarten, die ausreichen, mehr als die den Patenreedern entstehenden Steuerbelastungen aus ihrer Beteiligung zu decken. Geht man davon aus, daß die Schiffe nach Ablauf der steuerlichen Sperrfrist von acht Jahren zu einem angemessenen Preis veräußert werden können, so ergibt sich für die Beteiligten am Nereus-Fonds 17, falls ihre steuerliche Belastung 50 Prozent beträgt, eine Verzinsung von 13 Prozent nach Steuern. Die Mindestzeichnung an diesem Fonds beträgt 10 000 Mark plus fünf Prozent Emissionskosten.

Fonsa nicht gleich Fonsa

Die Globus Anlage-Vermittlungsgesellschaft mbH, Hamburg, früher Osnabrück, bietet in Zeitungsanzeigen einen sogenannten Fonsa AG Anlagebrief an. Die Firma sichert 36 Prozent Rendite jährlich zu und sagt für die Einzahlung Bankgarantie und Versicherungsschutz zu. Wer diese Garantien gibt, wird in den Werbeschreiben ebensowenig erklärt, wie Angaben über die Rückzahlung der Gelder gemacht werden. Die Intrag AG, Zürich, die den Schweizer Aktienfonds Fonsa betreibt, teilt uns mit, daß sie mit den Fonsa-Anlagebriefen nichts zu tun hat. Die Schweizer haben das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen in Berlin auf die irreführende Namensähnlichkeit aufmerksam gemacht, „in der Annahme, die deutsche Behörde werde der Sache auf jeden Fall nachgehen“. Hoffentlich!