Der Austausch von Kriegsgefangenen des „Jom-Kippur-Krieges“ – ein Punkt der israelisch-ägyptischen Waffenstillstandsvereinbarungen und wichtigste Voraussetzung für Friedensgespräche in Nahost – begann am Donnerstag voriger Woche mit Rotkreuz-Chartermaschinen in direktem Flugverkehr zwischen Ägypten und Israel. Die Israelis hatten am Ende der Kampfhandlungen 8000 Ägypter in ihrer Hand; 238 Israelis waren von den Ägyptern gefangen, viele davon verwundet.

Einen Tag nach Beginn der Aktion teilte Ministerpräsidentin Golda Meir im Fernsehen mit, daß Israel auch mit Syrien über einen Austausch der Gefangenen indirekt im Gespräch sei. 368 Syrer und 127 Israelis sollen gefangen sein. Verteidigungsminister Dayan äußerte die israelische Bereitschaft, für die Freigabe der eigenen Soldaten Zugeständnisse zu machen. So will Israel 15 000 während der Kampfhandlungen geflüchteten syrischen Bewohnern der Golanhöhen die Rückkehr gestatten.

Nach einem Bericht der israelischen Zeitung Maariv verlangt Syrien zusätzlich die Herausgabe seiner Gefallenen und den normalen Kriegsgefangenen-Status für Palästinenser, die an der syrischen Front in israelische Hand geraten sind.