Die British Petroleum Company Limited, London; hat ihre Aktien an den deutschen Börsen einführen lassen. Ob der Zeitpunkt günstig war oder nicht, spielt keine Rolle, weil die Einführung keinen aktuellen Anlaß hatte. Die BP denkt vorerst nicht an die Ausgabe junger Aktien. Die Politik der rechtzeitigen Gewöhnung ist sicherlich richtig. Denn bisher ist die BP-Aktie im deutschen Publikum nur mit 7000 bis 10 000 Stück (oder mit 350 000 Mark) vertreten. Institutionelle Anleger sind etwas besser versorgt, doch insgesamt fallen die deutschen Besitzer von BP-Aktien (ihr gesamter Marktwert beträgt 13,2 Milliarden Mark) überhaupt nicht ins Gewicht.

Allerdings haben privavte Aktionäre auf die BP-Geschäftsführung ohnehin keinen nennenswerten Einfluß. 46,7 Prozent des ausgegebenen Kapitals liegen bei der britischen Regierung, 20,8 Prozent bei The Burmah Oil Company Limited. Noch etwas sollte man über die BP-Aktie wissen: Sie unterliegt – wie alle englischen Aktien – dem Dividendenstopp der britischen Regierung. Die Dividenden dürfen in England fünf Prozent der vorjährigen Dividenden nur dann übersteigen, wenn dies genehmigt wird.

In den letzten Jahren ist nicht einmal der bescheidene Erhöhungsspielraum genutzt worden; Die Aktionäre erhielten jeweils 14,45 Pence. In diesem Jahr sieht es günstiger aus. Die heraufgesetzte Interimsdividende läßt die Hoffnung auf eine bescheidene Dividendenerhöhung zu. Bescheiden ist hier das rechte Wort, wenn man den Gewinn der ersten sechs Monate dieses Jahres betrachtet. Er wird mit 27 Pence ausgewiesen gegenüber 18 Pence im gesamten Jahr 1972. Da sich die Gewinnsituation im zweiten Halbjahr mit Sicherheit nicht verschlechtert hat, ist die Aussicht auf einen Gesamtgewinn in diesem Jahr von 54 Pence realistisch.

Trotz der Gewinnbesserung wäre es falsch, von einer Gewinnexplosion zu sprechen. In den vergangenen Jahren war die Rendite nur mäßig. Bisher hat der BP-Aktionär von der Ertragswende nichts zu spüren bekommen. Der Kurs der BP-Aktie ist in diesem Jahr von 600,50 Pence (Höchstkurs) auf 494,50 im September (Tiefstkurs) rückläufig gewesen und hat sich erst in letzter Zeit auf annähernd 550 erholt. Damit stellt sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis etwa auf 10.

K. W.