Hans Katzer, der Vorsitzende der CDU-Sozialausschüsse, rührte keine Hand, als der Parteivorsitzende Helmut Kohl für das „großartige Ergebnis“ der Abstimmung über die Mitbestimmung gefeiert wurde.

Der Kampf der Sozialausschüsse und der Jungen Union um die paritätische Mitbestimmung hatte jedoch immerhin dazu geführt, daß der Vorstand den Delegierten in letzter Minute ein Modell für eine Übergangszeit vorlegte, das die Besetzung der Aufsichtsräte in Großunternehmen mit der gleichen Zahl von Anteilseignern und Arbeitnehmern vorsieht. Zur Auflösung einer möglichen Patt-Situation hat der findige Generalsekretär Biedenkopf einen Notausgang eingerichtet: In letzter Konsequenz entscheidet die Hauptversammlung der Aktionäre – also die Seite der Anteilseigner.

Mit dem Grundsatzbeschluß, ein neues Unternehmensrecht auf der Grundlage einer „partnerschaftlichen Unternehmensordnung auszuarbeiten, institutionalisierte der Parteitag jedoch auch für die nächsten Jahre die Flügelkämpfe innerhalb der CDU um die paritätische Mitbestimmung, denn an der Spitze der zu berufenden Kommission sollen Biedenkopf und Katzer stehen.

Vor der Abstimmung forderte Helmut Kohl: „Wir können über die Mitbestimmung nur mit Ja oder Nein entscheiden und nicht mit Jein.“ Fünf Sechstel der Delegierten votierten dann doch für ein „Jein“, denn die Vorstandsvorlage schafft zwar optisch Parität, läßt aber den Anteilseignern eine Hintertür offen. H. M.