In einträchtiger Geschlossenheit gaben die westlichen Notenbanken bekannt (Frankreich ausgeschlossen), sie dürften ab sofort „Währungsgold“ auf den freien Märkten zum Verkauf anbieten. Goldgläubige Anleger bekamen einen Schrecken. Am Donnerstag fiel der Unzenpreis beim ersten Fixing in London. Die Vorstellung, daß die Notenbanken Tonnen Währungsgold verkaufen könnten, mußte die Horter schocken.

Tatsächlich ist bislang kein Gramm Notenbankgold abgegeben worden. Zwar redet es sich leicht über die Demonetisierung des Goldes, aber die eigenen Schatzkammern zu plündern, fällt schwer. Ein forcierter Verkauf durch die Notenbanken könnte das Preisgefüge allerdings vollkommen aus den Angeln heben.

Wie sich die amtlichen Goldschätze, wertet mit dem alten Preis von 42 Dollar je Unze, verteilen, zeigt die folgende Aufstellung (in Millionen Dollar): USA 11 651, Bundesrepublik 4965, Frankreich 4261, Schweiz 3513, Italien 3483, Niederlande 2294, Belgien 1781, Mittlerer Osten 1200, Kanada 927, England 900, Japan 891 und Südafrika 815.

Die Septemberdaten des Internationalen Währungsfonds enthalten keine Angaben über den Bestand in privaten Händen. Rechnet man dies hinzu, würde sich das Bild zugunsten Frankreichs und des Mittleren Osten verschieben. jfr.