Der Benzinmangel führt zu

Mißständen, wenn die Regeln der

Marktwirtschaft aus politischen

Gründen mißachtet werden

Spät, zu spät haben die Deutschen sich entschlossen, freiwillig Energie zu sparen. Die Reduzierung des Autoverkehrs am vergangenen Wochenende um etwa 15 bis 20 Prozent hat nichts mehr daran ändern können, daß auch bei uns Beschränkungen des Benzinverbrauchs staatlich verordnet werden mußten. Freilich wird sich bald erweisen, daß mit der Parole „Sonntags nie“ nicht viel zu gewinnen ist.

Schon jetzt funktioniert die Versorgung mit Benzin und Dieselkraftstoff nicht mehr reibungslos, obwohl der Zufluß von Rohöl noch weitgehend normal geblieben ist. Es gibt regionale Engpässe, und die Klagen über Mißstände nehmen zu. Manche Tankstellen gehen wieder zu Koppelungsgeschäften über („Sie brauchen doch sicher auch Motoröl“), die meisten „rationieren“ das Benzin nach eigenem Gutdünken.

Gerade an der „Bevorzugung von Stammkunden“ zeigt sich, welch groteske Folgen eintreten, wenn die Regeln der Marktwirtschaft verletzt werden. Was wird denn erreicht, wenn „Fremde“ nur 10 Liter Benzin erhalten? Treibstoff gespart wird dadurch nicht: Wer 50 Liter braucht, muß dann eben bei fünf verschiedenen Tankstellen hintereinander vorfahren. Volkswirtschaftlich gesehen ist dies kompletter Unfug, Vergeudung von Zeit und Arbeitskraft.