Im Herbst 1974 soll in Supermärkten der USA die Zukunft beginnen. Der Computerriese International Business Machines Corporation (IBM) will zu diesem Zeitpunkt die ersten Laserstrahl-gesteuerten, automatischen Registriermaschinen an amerikanische Supermärkte ausliefern. Die Angestellten an den Kassen, die bisher mühselig von jeder einzelnen Ware den Preis ablesen und in die Registriermaschine tippen mußten, brauchen dann die Packung Reis oder die Thunfischdose nur über ein kleines Glasfenster zu schieben. Die auf der Ware aufgedruckten Symbole werden mit Hilfe eines Laserstrahls automatisch abgelesen und einem Computer eingespeist: Art und Preis der Ware werden dann augenblicklich von einem automatischen Schreiber auf den Rechnungszettel gedruckt.

Eine IBM-Anlage dieser Art („IBM 3660“) soll für einen Supermarkt durchschnittlicher Größe – also acht Registrierkassen – etwa 300 000 Mark kosten. In diesem Preis sind allerdings die Kosten für die zentrale Computeranlage nicht enthalten, von der aus mehrere Supermärkte gleichzeitig bedient werden sollen.

Basis des neuen IBM-Systems ist der Universal Product Code, ein Warenkennzeichnungssystem, auf das sich die amerikanischen Lebensmittelhersteller unlängst einigten; Zahlen und Buchstaben, auf den Waren aufgedruckt, kennzeichnen Art und Hersteller des Artikels. Da die Warenpreise im Computer gespeichert sind, braucht ein Besitzer des „3660“-Systems keine Preiszettel mehr auf seine Artikel kleben. Der Preis wird nur noch am Regal angezeigt.

Der Computer ist so perfekt programmiert, daß bei Sonderangeboten – beispielsweise „fünf Dosen Kondensmilch für 40 Cents“ – die Dosen nicht nacheinander über den Laserstrahl geschoben werden müssen. Auch wenn auf die erste Dose Milch zunächst ein Beutel Kartoffeln folgt, und dann erst die restlichen Dosen, druckt die Maschine den korrekten Sonderpreis aus. Artikel, die mit keinem Kode gekennzeichnet sind, können vom Kassierer manuell auf die Rechnung gesetzt werden.

Die Ablesegeschwindigkeit des Laser-Registrierers ist so groß, daß er noch Artikel aufzeichnet, die mit einer Geschwindigkeit von 250 Zentimeter pro Sekunde über das kleine Glasfenster huschen. Der Kassierer, der die Waren über das Ablesefenster flitzen läßt, kann die Kundschaft viel rascher abfertigen als es bislang möglich war.

M. W.