Nun weiß auch die CDU, wie sie, käme sie an die Regierung, Habenichtse am Produktivvermögen beteiligen würde. Die SPD und die FDP haben ihre Konzepte einzeln schon verabschiedet, aber noch nicht gemeinsam in Gesetzesform bringen können. Die große Regierungspartei will die Vermögensteile der Arbeitnehmer über zentrale Fonds verwalten, die FDP will die Banken einschalten. Die CDU beschloß mit großer Mehrheit, alle unselbständig Tätigen sollten ebenso wie alle Selbständigen persönliche Miteigentümer am Produktivvermögen werden und über ihre Eigentumsrechte frei verfügen können.

Instrumente dafür sind der Beteiligungslohn oder die betriebliche Gewinnbeteiligung. Professor Burgbacher hatte schon vor sechs Jahren empfohlen, einen Teil des Arbeitseinkommens als Investivlohn nicht auszahlen, sondern in Beteiligungswerten anlegen zu lassen. Unternehmer, die ihre Belegschaft am Gewinn beteiligen, so wurde, in Hamburg beschlossen, sollen der Verpflichtung, einen Investivlohn zu zahlen, enthoben sein.

Parteitage lassen sich durch lästigen Kleinkram nicht bremsen. So störte es die Delegierten auch nicht, daß für die Lohnteile, die angelegt werden sollen, Beteiligungspapiere fehlen werden. Rechnet man beim Investivlohn mit einem Jahresaufkommen von rund 5 Milliarden Mark, dann reichen die neu ausgegebenen Beteiligungspapiere eines Jahres – 1972 waren es rund 1,7 Milliarden Mark Kurswert – bei weitem nicht aus. R. H.