Wolfram Siebecke „Klappe zu Affe tot“. Wer die Satire-Seite der ZEIT regelmäßig liest, wird viele . der hier gesammelten 109 Geschichten wiedererkennen: Die weihnachtliche Verwandtenexplosion, die Bedeutung der Knef’schen Waschmaschine beim Bücherschreiben sowie den Beweis, daß der Unterschied zwischen Unterschied und Nichtunterschied größer ist als der zwischen Auto und Nichtauto. Außerdem enthält das Buch – neben acht Zeichnungen des Autors – Berichts von der Kreuzworträtselweltmeisterschaft in Dubrovnik und von den Massenstürzen beim Richard-Wagner-Rennen in Bayreuth; historische Szenen, in denen dargestellt wird, wie Hermann der Cherusker seine Schlacht gewann und anders Höhepunkte deutscher Geschichte es gibt Lebenshilfe bei der Fliegenjagd, beschreibt die Schwierigkeit, mit Mann und Mops und Blagen zu leben und den vergeblichen Kampf mit dem Maulwurf. Auch die Reiseerinnerungen zeugen davon, daß Schadenfreude sogar Spaß machen kann, wenn sie sich gegen einen selbst richtet: Die Rhönefahrt mit Riesenhummer verlief ebenso wenig planmäßig wie der Besuch im Louvre; in San Gimignano knarrte der Schaukelstuhl, und der Londoner Astrologe der Beatles blieb das Urteil schuldig. Erst die Beschreibung eines Abendessens bei Maxim’s am Schluß des Buches läßt die Widmung der ersten Seite vergessen: „... allen, die mir durch Worte und Taten die Möglichkeit gaben, mich über sie lustig zu machen.“ (Nymphenburger Verlagshandlung; München, 1973; 216 S., 18,– DM.)