„Alte Liebe“ hoch rentabel

Die Hadag Seetouristik und Fährdienst AG, Hamburg, deren Grundkapital sich nahezu zu 100 Prozent in Händen der Freien und Hansestadt Hamburg befindet, hat zusammen mit der Hamburgischen Landesbank die Fonds-Gesellschaft Kommanditgesellschaft MS „Alte Liebe“ Jacobsen, Kröger & Co, Hamburg, ins Leben gerufen, an der sich Kapitalzeichner im Rahmen des Nereus-Fonds 16 beteiligen können, und zwar schon ab 5000 Mark. Die Konstruktion ist insofern interessant, als hier Sonderabschreibungen der Seeschiffahrt auch für Alttonnage mobilisiert worden sind. Nereus 17 wird das Seebäderschiff MS „Alte Liebe“ erwerben. Einkünfte sind bei diesem Fonds „Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung“. Die Abschreibungen werden in diesem Fall ziemlich gleichmäßig auf die Jahre 1973 (am geringsten) bis 197? verteilt. Das bedeutet, daß die Abschreibungen für 1975, 1976 Und 1977 deshalb wertvoller werden, weil ab 1.1.1975 höhere Einkommensteuersätze zu erwarten sind. Die gesamten Verlustzuweisungen belaufen sich bei diesem Objekt auf 212 Prozent des Zeichnungsbetrages. Die Rendite nach Steuern bei einem Steuersatz von 50 Prozent liegt bei 11,5 Prozent, bei einem Steuersatz von 57 Prozent bei 14,8 Prozent. Da sich die Komplementäre verpflichten, das Schiff nach Ablauf der vierjährigen Charter zu einem Preis von mindestens 9,5 Millionen Mark zu übernehmen, handelt es sich bei diesen Fonds-Anteilen tatsächlich um ein festverzinsliches Wertpapier ohne Kursrisiko.

Zuchthaus für Fondsmanager

5000 deutschen Investmentsparern ist der Name Edward Markus noch immer in unangenehmer Erinnerung. Der 40jährige kanadische Fondsmanager, Chef des Agri-Fonds-International, wurde nun vor einem Londoner Gericht der Veruntreuung und des Betruges in 21 Fällen für schuldig befunden. Der Schaden, den der Offshore-Fondsmanager angerichtet hat, beträgt etwa 15 Millionen Mark. Am erfolgreichsten agierte der für sieben Jahre ins Zuchthaus gesandte Markus in der Bundesrepublik, wo er sich vorübergehend des ehemaligen Wirtschaftsministers Kurt Schmücker als Aushängeschild bediente. Wie der britische Staatsanwalt bestätigte, war das Unternehmen von vornherein auf einen Schwindel im großen Stil angelegt. Ob deutsche Sparer von ihrem Geld jemals was wiedersehen, ist mehr als zweifelhaft. Das Fondsvermögen ist nicht mehr vorhanden.

Hausse in China-Fonds

Alte chinesische Anleihen stehen zur Zeit hoch im Kurs. Nachdem die Volksrepublik China einen formellen Antrag auf Mitgliedschaft beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und bei der Weltbank gestellt hat, vermutet man, daß Peking wenigstens einen Teil der alten Schulden zurückzahlen wird. Gefragt sind insbesondere solche Anleihen, die seinerzeit in Großbritannien und Frankreich aufgelegt wurden.