Stabiles Israel

Der Yom-Kippur-Krieg scheint den israelischen Durchschnittsbürger weniger stark erschüttert zu haben, als bisher angenommen wurde. Zu diesem Schluß kommt eine vom Sozialwissenschaftlichen Institut an der Hebrew University in Jerusalem durchgeführte Umfrage. Nur eine kleine Minderheit der Befragten vertritt die Meinung, daß die Araber ihr Image als Soldaten verbessert und den Ruf von Israels Unbesiegbarkeit zerstört hätten. Zugenommen haben die Optimisten, die an eine echte Friedensbereitschaft auf arabischer Seite glauben: Vor dem Krieg waren es bloß 23, jetzt sind es 52 Prozent. Gleichzeitig ist die Zahl derer, die keinen Meter der besetzten Territorien preisgeben wollen, von 42 auf 32 Prozent zurückgegangen. Aber aufgeteilt auf die einzelnen territorialen Positionen ist die Zahl der absoluten Nein-Sager stabil geblieben: Sinai 37, Golanhöhen 93, Scharm el Sheich 96 Prozent.

Teurer Kabeljau-Friede

Die britisch-isländische Übereinkunft zur Beendigung des Kabeljaukrieges – Reduzierung der Fänge um etwa 55 000 Tonnen pro Jahr – bringt der britischen Fischerei-Wirtschaft geschätzte Verluste von jährlich 7,5 Millionen Pfund. Noch zögert die Fischerei-Vereinigung, von Preiserhöhungen für den Käufer zu sprechen. Die Fischpreise waren schon in den letzten drei Jahren um hundert Prozent gestiegen – unabhängig vom Island-Konflikt.

Portugals Trümpfe

Zu den Gewinnern des Nahost-Krieges zählt auch Portugal: Die Regierung in Lissabon hat Washington wissen fassen, daß sie für ihre Dienste beim amerikanischen Waffennachschub in Richtung Israel Gegenleistungen erwartet. Dazu zählen höhere Pachtgebühren für den US-Stützpunkt Lajes auf den Azoren, modernstes Kriegsgerät für den Kolonialkrieg – etwa zur Abwehr der modernen sowjetischen Boden-Luft-Raketen, die in die afrikanischen Aufstandsgebiete geliefert werden – und ein entschiedenes amerikanisches Veto gegen die UN-Zulassung von Guinea-Bissao, Portugals Trümpfe: die erwiesene Unentbehrlichkeit der Azoren und das Öl aus Angola: täglich 150 000 Barrels, das Doppelte des portugiesischen Bedarfs!

Vogel vorn