Die Ölpolitik und die Strategie für die bevorstehenden Friedensgespräche über den Nahen Osten, vor allem die Vertretung der Palästinenser in diesem Zusammenhang, waren am Montag und Dienstag die beherrschenden Themen auf der arabischen Gipfelkonferenz in Algier.

Die sechzehn Teilnehmerstaaten – Irak und Libyen boykottierten die Konferenz – beschlossen, die „ölvaffe“ flexibler zu handhaben. Die Öllieferungen an die Europäische Gemeinschaft mit Ausnahme der als einseitig israelfreundlich eingestuften Niederlande sovie für Japan und die Philippinen sollen in Dezember nicht um die ursprünglich vorgesehenen weiteren fünf Prozent gekürzt werden. Die entgegenkommendere Haltung wird mit den Erklärungen zugunsten des arabischen Standpunktes in der Nahostfrage begründet.

Eine Liste mit einem Einteilungsschema der westlichen Länder in „araberfreundlich, feindlich und neutral“ ist in Algier nicht zustande gekommen, doch wurde die Haltung der Bundesrepublik nach Mitteilung aus Konferenzkreisen wegen ihrer „positiven“ Rolle bei der Abfassung der EG-Erklärung von der Mehrzahl der Teilnehmer als „freundlich“ eingestuft. Die Gipfelkonferenz hat in einer Resolution den Standpunkt eingenommen, daß die Palästinensische Befreiungsorganisation unter Yassir Arafat die einzige legitime Vertretung des palästinensischen Volkes sei. Dies wird als diplomatische Niederlage für König Hussein von Jordanien angesehen, der sich auf der Algier-Konferenz vertreten ließ. Hussein beansprucht, zumindest für die im besetzten Westjordanien lebenden Palästinenser zu sprechen, solange diese nicht die Gelegenheit zu einer Volksabstimmung erhalten.

Berichten aus Amman zufolge hat Hussein einen Boykott der Genfer Nahost-Friedenskonferenz Mitte Dezember angedroht, falls Arafat dort als Repräsentant der Palästinenser auftreten sollte.

Arafat, so verlautete weiter in Algier, habe sich nur unter der Bedingung zur Aussöhnung mit König Hussein bereit erklärt, daß die Guerillas nach Jordanien zurückkehren und dort frei operieren können. Bisher hat Hussein strikt abgelehnt, den im Jahre 1971 aus Jordanien in blutigen Kämpfen vertriebenen Feddayin erneut freie Hand zum Kampf gegen Israel zu geben.