Wenn Sie Schallplatten kaufen, dann – Unbedingt:

Traffic: „On The Road“; Island 87 272 XDT, 29,– DM.

Selten hat eine als Rock-Band renommierte Gruppe so mühelos und entspannt Rhythm-&-Blues-Motive und Jazz-Improvisationen miteinander verbunden wie diese neueste Traffic-Formation, die im Frühsommer dieses Jahres als Septett eine phänomenale Deutschland-Tournee absolvierte. Die meisten der sogenannten Jazz/Rock-Gruppen spielen ja entweder Jazz oder Rock; diese Doppel-LP demonstriert, daß Traffic zu den wenigen Bands gehört, bei denen beide Kategorien wie selbstverständlich transzendiert werden. Die für „On The Road“ ausgewählten Aufnahmen haben durchweg Studioqualität und zeigen die Gruppe auf dem Höhepunkt ihrer Kreativität.

Stealers Wheel: „Ferguslie Park“; A & M 87 354 IT, 22,– DM.

Die zwölf neuen Songs des ehemaligen Folk-Music-Duos Gerry Rafferty und Joe Egan sind noch genauso eklektizistisch wie die Kompositionen ihres erstaunlichen Debüt-Albums zu Beginn des Jahres: Einflüsse von den Coasters über die Beatles der „Rubber-Soul“-Periode bis zum countryfizierten Bob Dylan lassen sich nicht leugnen. Insgesamt tendieren sie allerdings zu einem härteren Rock-Stil, der auch durch die wie immer einfallsreichen Arrangements des berühmten Produzenten-Teams Jerry Leiber und Mike Stoller noch unterstrichen wird. Wieviel Stealers Wheel dem Genie Bob Dylans verdanken, erkennt man zum Beispiel bei „Back On My Feet Again“, einem Song, der nicht zufällig Anleihen macht bei „Bob Dylan’s 115th Dream“. Schade nur, daß sie für die LP eine neue Version ihres Single-Hits „Everything Will Turn Out Fine“ aufnahmen, die nicht mehr die klassische Ökonomie eines perfekten Beatles-Songs besitzt.

Vielleicht:

Various Artists: „American Graffiti“; MCA Records DMCA 7038/1-2, 35,– DM.