Durch das Hochschulrahmengesetz sollen die Studienzeiten drastisch verkürzt werden. Dürfen Studenten

Klaus von Dohnanyi ist der engagierteste Befürworter von zeitlich begrenzten Studien. In seinem Hochschulrahmengesetz heißt es: „Durch eine entsprechende Gestaltung des Studiums und der Prüfungen sind in allen geeigneten Fachrichtungen inhaltlich und zeitlich gestufte Studiengänge einzurichten, die innerhalb von drei Jahren zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluß führen. Die Regelstudienzeit. soll vier Jahre nur in besonders begründeten Fällen überschreiten.“

Der Dohnanyi-Entwurf sieht vor, daß nach einer zweijährigen Übergangszeit – nachdem das Gesetz gültig ist – die meisten Studiengänge reformiert sind. Das ist entscheidend: Regelstudienzeiten darf es nur zusammen mit der Studienreform geben. Was aber kommt zuerst: die formale Verkürzung oder die inhaltliche Erneuerung? Das ist die Frage.

Im übrigen wären Regelstudienzeiten nicht gar so ungewöhnlich: Limitierte Studienfristen gibt es – wenn auch unter anderen Voraussetzungen – in angelsächsischen wie in sozialistischen Ländern. Bei uns wird Sturm gegen die von Dohnanyi angestrebte Lösung gelaufen. Gegen Regelstudienzeiten argumentieren Lehrende wie Lernende an den Hochschulen, stehen Liberale und Konservative zusammen. Alle nämlich fürchten eine Bedrohung der Freiheit von Forschung und Lehre und die Gefahr einer „Verschulung“ der Universitäten.