Mit zweistelligen Wachstumsraten von 30 Prozent in Japan, 20 in Westeuropa und 15 in den USA ist die elektronische Datenverarbeitung einer der expansivsten Industriezweige. Er hat zudem noch eine Schlüsselrolle für das gesamtwirtschaftliche Wachstum. Führend auf dem Computermarkt sind die USA. Rund 90 von 100 der, in den westeuropäischen Ländern installierten Elektronenrechner basieren auf amerikanischer Technologie. 60 Prozent des westeuropäischen Marktes wie auch des Weltmarktes werden von IBM kontrolliert.

In einem Bericht an den Ministerrat ruft die Brüsseler EG-Kommission die Regierungen zu verstärkter Hilfestellung für Europas Computerindustrie auf. Die vier größten europäischen Unternehmen (ICL = England, CII = Frankreich, Siemens = Deutschland, Philips = Niederlande) vereinigen ganze sechs Prozent des Weltmarktes auf sich und sind damit zusammen gerade so stark wie der kleinste US-Konkurrent des Marktführers IBM.

Die Kommission will daher den europäischen Unternehmen über ein Mehrjahresprogramm die Möglichkeit verschaffen, durch Zusammenarbeit und Zusammenschlüsse in konkurrenzfähige Größenordnungen hineinzuwachsen. Durch mehr Abstimmung bei der Beschaffung der öffentlichen Hand in den EG-Ländern soll der eigenen Industrie Hilfestellung gegeben werden.

Was von dem Appell der EG-Kommission indes zu halten ist, ergibt sich aus einem schon Monate zurückliegenden Vorgang. Für ihr Rechenzentrum in Luxemburg orderte die Kommission bei-IBM. hhb