Die gefährliche Lücke, welche die Skandalwelle bisher in Washington aufgerissen hat, wird bald wieder gefüllt sein. Nachdem der Senat seine Zustimmung gegeben hat, steht der Berufung Gerald Fords so gut wie nichts mehr im Wege: Amerika wird in wenigen Tagen wieder einen Vizepräsidenten haben.

Der neue Mann an zweiter Stelle bietet seit langem den ersten Lichtblick in der von Watergate verdunkelten politischen Szenerie. Ford ist kein brillanter Politiker. Aber er hat, wie ihm 500 FBI-Agenten und parlamentarische Prüfer nach dem härtesten Tugendtest bestätigten, dem je ein Amerikaner unterzogen wurde, eine weiße Weste. Und die zählt derzeit mehr als jede andere Qualifikation.

Wird Ford den angeschlagenen Präsidenten entlasten – oder wird seine Ernennung den Ruf nach Nixons Rücktritt lauter werden lassen? Das ist die Frage, die bald schon die amerikanische Politik bestimmen wird. Die Gegner Nixons wissen nun, daß sie nicht mehr ohne Netz arbeiten. Für den Fall, daß der Präsident doch noch aus dem Amt gejagt würde, stünde wieder ein verfassungsmäßiger Nachfolger bereit. Die Gefahr des Machtvakuums ist damit überwunden. Der nächste Mann ist da. D. B.