Resolution der Strafgefangenen in der Justizvollzugsanstalt Attendorn zur Diskussion um den Entwurf des Strafvollzugsgesetzes:

Spätestens seit Falladas „Wer einmal aus dem Blechnapf frißt...“ sind die Folgen des Strafvollzugs deutschen Politikern und einer breiten deutschen Öffentlichkeit bekannt.

Eine derzeitige Rückfallquote von achtzig Prozent beweist, daß der Satz Falladas heute noch genauso richtig ist wie vor vierzig Jahren, als er formuliert wurde. Geändert hat sich also seitdem im Strafvollzug nichts.

Zur Zeit liegt der Entwurf eines Strafvollzugsgesetzes der Bundesregierung vor, der in der Öffentlichkeit diskutiert wird.

Hierzu meldet sich ein Teil der deutschen Strafgefangenen, die eigentlich Betroffenen, in dieser Resolution zu Wort, die von uns, den Strafgefangenen der JVA Attendorn, mit Namen und Angabe der Strafdauer gezeichnet wurde.

Wir meinen, daß der vorliegende Entwurf nichts Grundlegendes ändert, sondern den bestehenden, fatalen Zustand in den deutschen Gefängnissen nur legalisieren will, so wie die Umbenennung der trostlosen Zellengebäude, in denen wir hausen, von Gefängnissen in Justizvollzugsanstalten noch keine Reform darstellt, sie aber – schlimmer noch – vortäuscht ...

Verbrechen von Rückfalltätern sind in den derzeit kriminellen Zuständen des deutschen Strafvollzugs zu finden.