Den „starken Mann“ Griechenlands hat das gleiche Schicksal ereilt, das er vor sechseinhalb Jahren seinen Vorgängern bereitete: Am Sonntag wurde Staatspräsident Papadopoulus durch einen Militärputsch entmachtet und unter Hausarrest gestellt. Die jüngsten Studentenunruhen, die er blutig niederschlug, hatten den angeleiteten Liberalisierungskurs gestoppt und seine Stellung geschwächt.

Noch am Tage des Staatsstreiches vereidigte der Metropolit von Joanina den Kommandeur des Ersten Armeekorps, Generalleutnant Phaidon Gizikis, zum neuen Präsidenten. Gizikis, 57 Jahre alt, war nach dem Umsturz von 1967 mehrere Jahre Stadtkommandant von Athen.

Die neuen Machthaber, die die Herrschaft auf unblutigem Wege übernahmen, setzten Adamantios Androutsopoulus als Ministerpräsidenten an Stelle von Spyros Markezinis ein. Der neue Regierungschef hatte der ersten Militärregierung als Finanzminister, später als Innenminister angehört und war im Mai dieses Jahres aus Gesundheitsgründen zurückgetreten.

In einer Proklamation rechtfertigten die Militärs die Machtübernahme mit „großen nationalen Gefahren, kritischen Problemen und völliger Ausweglosigkeit“. Das Land sei unter Papadopoulos „zu den gleichen Verhältnissen hingetrieben, den gleichenGruppierungenübergeben und den gleichen Gewohnheiten unterworfen worden, gegen die sich die Streitkräfte am 21. April 1967 erhoben hatten“.

Gizikis versicherte dem griechischen Volk in einer Fernsehbotschaft, er wolle seine Pflichten im Geiste der Mäßigung und Unparteilichkeit ausüben. Die neue Regierung werde den Frieden und die Einheit des griechischen Volkes wiederherzustellen suchen.

Die neuen Herrscher der Hellenen nannten als Ziele die Wiedereinrichtung des Parlamentarismus „auf gesunder Grundlage“, kündigten „umfassende Reformen“ an und verwarfen die Verfassung vom 1. Juni, die Papadopoulos mit außerordentlichen Rechten ausgestattet hatte. Weiter hieß es, das Volk müsse vor einem „Wahlabenteuer“ bewahrt werden. Papadopoulos hatte auf der Grundlage der neuen Verfassung Parlamentswahlen für 1974 in Aussicht gestellt.

Die ersten amtlichen Verlautbarungen ließen nicht erkennen, ob das Regime Gizikis zu den Prinzipien der parlamentarischen Demokratie auf der Grundlage des Mehrparteiensystems zurückkehren oder sich im Gegenteil weiter davon entfernen würde.