In Toulouse geht die erste Serien-Concorde der Fertigstellung entgegen. Sie soll in wenigen Wochen mit dem Testflugprogramm beginnen. Der überschallschnelle Jet, gemeinsam von Franzosen (Aerospatiale) und Engländern (British Aircraft Corporation = BAC) entwickelt, trägt bereits die Farben der nationalen französischen Fluggesellschaft Air France. Eine zweite Serienmaschine mit dem Emblem der nationalen britischen Fluggesellschaft British Airways wird in Filton für den Jungfernflug vorbereitet,

Diese beiden Gesellschaften sind bis jetzt die einzigen, die den schnellen Aluminiumvogel im internationalen Linienverkehr einsetzen wollen. Die Hoffnung, daß sich weitere Kunden für die Concorde entscheiden werden, wird von Experten getrübt. In einem vertraulichen Gutachten, das der englische Kooperationspartner erstellte, kamen sie zu dem Ergebnis, daß die Concorde praktisch unverkäuflich sei.

Das Flugzeug, so heißt es in dem Gutachten, könne zur Zeit nicht den neuesten technischen Erkenntnissen entsprechend umgebaut werden. Eine neue Version der Concorde, bei der vor allem Flügel und die Motoren neu konstruiert werden müßten, wäre in sechs Jahren marktreif.

Doch gegenüber ihren Regierungen wollen die Flugzeugbauer nichts von den entmutigenden Erkenntnissen zugeben, Sie fordern vielmehr weitere finanzielle Unterstützung und locken die Politiker mit möglichen neuen Bestellungen durch weitere Fluggesellschaften.

Freilich bestehen bereits über die Absatzchancen der Concorde unterschiedliche Auffassungen bei den Kooperationspartnern. So will Aerospatiale einen Markt für 30 Concordes ausfindig gemacht haben, während die Verkäufer bei BAC bestenfalls mit 16 verkauften Maschinen rechnen.

Die unterschiedlichen Meinungen über den Concorde-Verkauf dürften auch zu Meinungsverschiedenheiten bei den Politikern beider Länder führen. So wollen die Engländer pro Jahr höchstens sechs Maschinen fertigstellen, während die auf Prestige bedachten Franzosen mindestens acht Maschinen montieren wollen, kde